Christian Reinboth
Der schleichende Verlust wichtiger sozialer und gewerblicher Infrastrukturen im ländlichen Raum geht in vielen kleineren Ortschaften mit einem erheblichen Rückgang der Lebensqualität insbesondere für ältere und damit oft aus körperlichen oder finanziellen Gründen weniger mobile Menschen einher. Wenn neben dem letzten Frisör, der letzten Arztpraxis und dem letzten Gasthof auch noch der letzte Nahversorger schließt, verliert eine Ortschaft mehr als nur einen für die soziale Kohäsion der Dorfgemeinschaft wesentlichen Anlaufpunkt. Dem Betrieb von Dorfläden durch engagierte und am Gemeinwohl orientierte ’Einzelkämpfer*innen’ oder auch durch in Vereinen oder Genossenschaften organisierte Anwohner*innen, kommt vor diesem Hintergrund eine bedeutende soziale und wirtschaftliche Auffangfunktion zu. Bedauerlicherweise scheitern viele dieser Geschäfte nach einigen Jahren an einem dauerhaft zu kleinen Kunden- und Umsatzpotential, das sich wiederum primär auf ein im Vergleich zu ’großen’ Discountern deutlich verkleinertes Warensortiment sowie auf unattraktivere Öffnungszeiten zurückführen lässt.
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